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asien-news.net

Von Indien über Singapur, Indonesien und Malaysia bis China

Asien auf einer einzigen Webseite darstellen zu wollen, wäre gar zu gewagt. Ajnregungen wollen wir in erster Linie geben. Unsere Asien- Betrachtungen, Berichterstattungen sowie Stellungnahmen, werden auch keineswegs immer objektiv ausfallen. Landes- und Sprachkenntnisse, über Jahrzehnte hinweg in Asien erworben, helfen uns jedoch so authentisch wie möglich zu schreiben.

Indonesien spielt nach wie vor eine herausragende Rolle bei unseren Asien Aktivitäten. Nusantara, das Land zwischen den Meeren, lautet eine Formulierung, die zurück geht bis in die Zeit des Majapahit im dreizehnten Jahrhundert. Da ist nicht nur Bali, die “Insel der Götter“, auch die 30 Millionen Metropolregion Jakarta, das vielgepriesene Surabaya und die ganze, einzigartige Welt der 17.000 Inseln. Das ist die, mit 250 Millionen Menschen, viertgrößte Nation der Erde und zugleich die drittgrößte Demokratie in heutiger Zeit.   

Eineinhalb Flugstunden mit dem indonesischen Drachenvogel Garuda nach Norden, liegt Singapur. Der Stadtstaat ist und bleibt für Geschäftsreisende wie für Expatriates “The Hub of Asia“, die Drehscheibe Südostasiens schlechthin. Über Jahre des persönlichen Erlebens der Taiwan – China Problematik sind wir gezwungen, immer wieder neue Erkenntnisse herauszufiltern. Asien konfrontiert uns mit geradezu unzähligen Gesichtern. Tausende verschiedener Ethnien mit ebenso vielen Sprachen begegnen dem Touristen. In Kuala Lumpur ebenso wie in Hong Kong, sind wir auch heute noch mit dem Erbe der Kolonialzeit konfrontiert. Ob Indien, Malaysia oder Vietnam, die grenzenlose Vielschichtigkeit des asiatischen Kontinents wird uns immer auch Unerklärliches bereithalten. Das Erlernen, oder besser gesagt, der Versuch des Erlernens der chinesischen Sprache erschließt nicht nur eine weitere, eine komplett neue Welt, sondern kann durchaus das eigene Denken und Handeln maßgeblich verändern. Das mystische, gepriesene Shangri-La haben wir allerdings nicht gefunden, zumindest nicht wie in der köstlichen Novelle von James Hilton beschrieben. Indienreisende, als ein hoch interessantes Beispiel für recht eigentümlich divergierende Einschätzungen asiatischer Verhältnisse, kann man kategorisieren in: “Nie wieder Indien“ oder aber, ohne jede Begeisterung:

"Oh ja, das Land hat was.“

Anregungen sowie Kritik werden uns willkommener Ansporn sein, immer besser zu werden in unserem Bemühen um interessante Beiträge.

Mein Buch: INDONESIEN, Von Aberglaube bis Zulieferindustrie, Handbuch für Geschäftsreisen,

im Web unter „Raabe-Indonesien

Indonesien

Handbuch für Geschäftsreisen

Mein “Indonesien-Handbuch“ >>>  https://www.asian-news.de/2016/12/01/reisebegleiter/  wird immer wieder als aktualisierte Neuauflage nachgefragt. Ebenso häufig wird das Fehlen einer englischen Version angemahnt. Folglich werde ich überarbeitete Passagen, in loser Folge, hier veröffentlichen.

Die deutsche Präsenz in Indonesien

Die deutsche Wirtschaft ist in Indonesien weiterhin, geradezu beschämend unterrepräsentiert.

Mit etwa 300 Unter­nehmen dümpelt man auf Platz12 beim bilateralen Handel und abgeschlagen auf dem zwanzigsten Rang bei den Investitionen. Schlechte Flugverbindungen, Korruption, langwierige Genehmigungsprozeduren und immer wieder die Schwierigkeiten mit der indonesischen Mentalität zurechtzukommen. Das sind die Gründe für so miserable Ergebnisse. Sagt man.

Unsere Nachbarn, die Niederländer, können offenbar damit umgehen. Trotz ihrer teilweise immer noch kritisch beurteilten kolonialen Vergangenheit in Indonesien schafft man es als Investitionspartner auf Platz fünf.

Mit zwei Umständen steht man sich deutscherseits gern selbst im Wege. In einem früheren Beitrag https://www.asian-news.de/2017/01/16/china/  habe ich bereits auf das Nichtvorhandensein einer strategischen Technologiepolitikhingewiesen. Nationale Interessen haben anderswo immer Vorrang.

Bei uns nicht. Weltpolitisch, auch militärisch, wollen (sollen) wir uns ja neuerdings auch noch mehr engagieren. Aber die wirtschaftliche Weiterentwicklung als nationale Aufgabe zu fördern oder auch nur zu koordinieren, besonders aber die typisch deutsche Kleinstaaterei zu vermeiden, hat eben leider aufgrund unseres Kirchturmdenkens wenig Chancen. Ganz ähnlich gelagert ist die Situation bei Auslandsaktivitäten deutscher Unternehmen. Jeder für sich heißt die Devise. Wir verfügen nicht über Seilschaften wie unsere französischen Nachbarn (Absolventen der Elitehochschule ENA), nicht über das amerikanische Mäzenatentum, das komplette Budgets erstklassiger Hochschulen finanziert. Bei meiner Firmengründung in New York brachte mich meine jüdische Mitarbeiterin gleich mit einem halben Dutzend interessanter, hilfreicher, ebenfalls jüdischer Geschäftsleute zusammen. Wir helfen Dir und vielleicht hilfst du uns ja auch irgendwann einmal. Mein engster Freund, ein chinesischer Arzt, nimmt Musikstudenten seiner eigenen Ethnie an die Hand, um ihnen das Zurechtkommen hier in Deutschland zu erleichtern. Vermutlich werden wir aber erst dann vom Schulterschluss chinesischer oder jüdischer Unternehmer lernen, wenn es bei uns mal konjunkturell so richtig schwierig wird.

Handbuch für Geschäftsreisen  -  Fortsetzung

Aberglaube

Die traditionellen Glaubensformen und Praktiken des gigantischen indonesischen Inselreiches in all ihrer Vielfalt sowie ihrem mystischen und schier unergründlichen Reichtum sollte man nicht einfachabschätzig mit dem Begriff Aberglaube herabsetzten. Die weitverbreitete Meinung, dass nur wissenschaftlich begründete Erkenntnisse eine akzeptable religiöse Praxis darstellen, müsste folgerichtig jede bekannte Glaubensrichtung ad absurdum führen. Die mannigfaltigen Rituale, Symbole, astrologischen und geomantischen Kräfte, die im indonesischen Alltag nach wie vor allgegenwärtig sind, zu beschreiben, würde ein wohl lebenslanges Studium erfordern. Daher sollte man all diese fremdartigen Eindrücke, die man durchaus schon bei einer ersten Reise gewinnen kann, einfach als Wissensbereicherung mit nach Hause nehmen.

Zu diesem Thema gehört auch der Umgang mit der sogenannten

schwarzen und weißen Magie: Mir ist ein Expatriate bekannt, der sich zwangsläufig in aller Ausgiebigkeit mit diesen Dingen beschäftigen musste. Es gab da einige private Probleme. Offensichtlich sollte ihm sein Leben, mit einigen geheimnisvollen Riten der schwarzen Magie, von jemandem erschwert werden. Da waren in unangenehmsten Situationen bösartige, als Bedrohung wirkende Belästigungen zu spüren. Er vertraute sich einer guten Bekannten, einer hochge­bildeten, einflussreichen indonesischen Geschäfts­frau an und bat um Rat. Die womöglich einzige, nach ihrer Ansicht auch die wirksamste Form zur Bekämpfung der schwarzen Magie war die Gegenwehr mit weißer Magie. Wie auch immer im Einzelnen die Geschichte ein gutes Ende fand, würde hier den Rahmen sprengen. Aber die wirklich ernsthafte Bitte an den Geschäftsreisenden:

Falls über Derartiges gesprochen wird, auf gar keinen Fall ins Lächerliche ziehen. Interessiert nicken, besser nicht nachfragen, vielleicht noch die Bemerkung machen, davon leider nichts zu verstehen. Die Verbreitung der schwarzen und der weißen Magie ist in beinahe allen Teilen der Inselwelt immer noch recht groß.

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Internationaler Frauentag

Gleichberechtigung  -  Gleichstellung

ehem. Präsidentin Megawati Soekarnoputri mit Jakarta Gouverneur Basuki "Ahok"
ehem. Präsidentin Megawati Soekarnoputri mit Jakarta Gouverneur Basuki "Ahok"

Man (Mann) nimmt an, dass in bestimmten Regionen dieser Welt, besonders dort, wo der Islam zu Hause ist, solch westlich anmutende Begriffe eher unbedeutend oder gar tabu sein müssten.

Viel zu viele abstoßende Beispiele sind bekannt.

Ein ganz und gar unerwartetes positives Beispiel für Frauenpower sollte zum internationalen Frauentag gerade recht sein.

In meinem schon länger zurückliegenden Interview mit der damaligen Chefin des Indonesischen Generalkonsulates Hamburg, Frau Generalkonsulin Marina Estella Anwar Bey, interessierte mich besonders die Frage, warum neben ihrer eigenen Person zwei weitere Führungspositionen der Hamburger Vertretung mit Damen besetzt sind.

Das waren zwei relativ junge, agile Frauen, beide mit dem Titel Konsul. Für die Generalkonsulin eine häufig gestellte Frage mit einer erstaunlichen Erklärung:

Die jahrzehntelange, wirtschaftlich immerhin erfolgreiche aber autokratische und absolut männerdominiert geführte Herrschaft von Präsident Suharto war Geschichte geworden. Mit einem Erlass seiner Nachfolgerin, Präsidentin Megawati, wurde angeordnet, dass innerhalb von fünf Jahren, mindestens dreißig Prozent aller Führungspositionen im öffentlichen Dienst, weiblich besetzt werden sollten.

Das war ohne Frage eine äußerst ambitionierte Aufgabe für eine Nation von heute 250 Millionen Menschen, einer patriarchalisch, mehrheitlich moslemischen Gesellschaft.

Kaum zu glauben, aber nach lediglich drei Jahren war das Ziel bereits weitgehend erreicht. Im gesamten auswärtigen Dienst sogar deutlich übererfüllt.

Heute wird, wie bereits drei Jahre nach jener präsidialen Anordnung, jede zweite Botschaft sowie jedes zweite Generalkonsulat von einer Dame geführt.

Mit fünfzig Prozent weiblichem Führungs­personal im Auswärtigen Dienst, kann sich Indonesien international durchaus sehen lassen. Das bedeutet, dass offenbar auch in einem vorwiegend moslemischen Land mehr als ausreichend weibliche Kompetenz verfügbar ist.

Außenministerin Retno LP Marsudi
Außenministerin Retno LP Marsudi

Darüber hinaus steht an der Spitze des indonesischen Außenministeriums seit Oktober 2014 ebenfalls eine dieser erfolgreichen Frauen. Es ist die 52 jährige Ministerin des Auswärtigen, Mrs. Retno LP Marsudi. Daher ist es auch keine Überraschung, dass das Generalkonsulat in Hamburg erneut mit einer Dame als Generalkonsulin besetzt wurde und die Frankfurter Vertretung ebenfalls von Frauenpower geführt wird.

Da bleibt im deutschen Auswärtigen Amt wohl noch viel zu verändern.

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Mord im Flughafen

Mord im Flughafen

Das Kuala Lumpur Rätsel

Kim Jong-nam
Kim Jong-nam

Hier nun endlich mein längst überfälliger Kommentar zur Ermordung von Kim Jong-nam:

Eigentlich ist ja die Tatsache als solche nicht so furchtbar aufregend. Politisch motivierte Morde, von Geheimdiensten durchgeführt und / oder organisiert, kennt man reichlich.

Die Beweislage ist verworren. Eine eindeutige, zufrieden­stellende Klärung des Falles dürfte kaum zu erwarten sein. Warum aber gerade in Malaysia? Und warum dieser weitgehend medienferne Halbbruder des nordkoreanischen Diktators?

Er war "intellektuell und höflich". So die Aussage des japanischen Journalisten, der kürzlich ein Interview mit Kim Jong-nam gemacht hatte. Die Kritik an der politischen Führung seines nordkoreanischen Halbbruders wurde ihm zum Verhängnis. Pjöngjang hatte ihn gewarnt.       

Haftet den besonderen Beziehungen zwischen diesen beiden Staaten, Malaysia und Nordkorea, doch etwas Mysteriöses an? Ein seit Jahrzehnten, genaugenommen seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1957, erzkonservatives, vorwiegend islamisch, religiös geprägtes Land unterhält relativ enge Beziehungen zu Nordkorea - in den Augen der westlichen Welt der Pariastaat schlechthin. Für die engen Beziehungen zwischen diesen äußert ungleichen und immerhin fast fünftausend Kilometer oder sechseinhalb Flugstunden voneinander entfernten Welten, findet man erstaunlich simple Antworten: Das bilaterale Verhältnis beruhte auf der Devise geben und nehmen.

Dr. Tun Mahathir bin Mohamad
Dr. Tun Mahathir bin Mohamad

Der zwischenzeitlich 91jährige, seinerzeitige Ministerpräsident Malaysias, Dr. Mahathir-Mohamad war ein etwas sperriger, jedoch extrem pragmatischer Landesvater. Visafreiheit für Nordkoreanische Bürger die nach Malaysia reisen wollten einerseits. Lukrative Handels­beziehungen mit dem Pariastaat andererseits. Wer aus Malaysia wollte schon nach Nordkorea reisen? Und die paar Wenigen aus dem kommunistischen Reich, die es sich leisten konnten nach Malaysia zu reisen? Sollten sie doch kommen. Kein Problem für den pragmatischen, passionierten Golfer und Kritiker allen unordentlichen Verhaltens. Auf die Frage (etwa 1995), was fällt Ihnen im Zusammenhang mit dem Begriff Deutschland ein, antwortete Mahathir: „Chaostage“! Für Derartiges hatte er nun ganz und gar kein Verständnis.

Aber fast alles, was seinem kleinen Tigerstaat dienen würde, war dem beinahe Nationalisten willkommen.

Dr. Mahathir-Mohamad prägte 22 Jahre lang diese merkwürdige Symbiose aus föderaler, parlamentarischer Wahlmonarchie, idealem Standort für High Tech Investoren, Touristenmagnet, vorwiegend islamisch geprägtem Land und gleichzeitigem Garanten religiöser Vielfalt. Wie also ist nun dieser abenteuerliche Agententhriller zu erklären?

Durch laxe Kontrollen, oder korruptes Verhalten kleiner und auch sogenannter großer Leute?

Vielleicht brachte es Dr. Mahathir vor ein paar Tagen auf den Punkt. In Verbindung mit dem Verkauf der malaysischen Automarke Proton schrieb er vor ein paar Tagen:

„Es gab einmal eine Zeit, da nannte man Malaysia einen asiatischen Tiger. Das heutige Malaysia ist nicht mal mehr eine Miezekatze. Wir sind zu einem der zehn meist korrupten Länder der Welt geworden.“

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Abe und Trump

Mit der Air Force One zum Golf Club

US Präsident Trump versichert dem japanischen Ministerpräsidenten die uneingeschränkte Bündnistreue der USA. Eine intensivere Ausrichtung US amerikanischer Politik in Richtung Asien mussten die Gespräche zwangsläufig ebenso zum Inhalt haben. Amerika und Japan im Schulterschluss. Die wie üblich zweideutig blumigen Reaktionen aus Peking versprechen interessant zu werden.

Bei einer diplomatischen Runde Golf auf dem wunderbar manikürten Rasen des Trump National Golf Club in Jupiter, Florida lässt es sich vortrefflich über alle Krisen dieser Welt beratschlagen.

Riesige Investitionen japanischer Konzerne in den USA sind zwar keine Gegenleistung, helfen jedoch die Beziehungen weiter zu festigen. Dass auf Golfplätzen wichtige geschäftliche und auch politische Begegnungen stattfinden mag zutreffen. Politiker müssen aber nicht zwangsläufig auch Golfspieler sein. Offensichtlich ist es aber hilfreich. Besonders in den USA.

Nicht Golf spielende US Präsidentschaftskandidaten, wie Al Gore, Bob Dole, Michael Dukakis, und Walter Mondale schafften es merkwürdigerweise nicht bis ins Oval Office. Der legendäre Präsident Eisenhower, so wird gemunkelt, schob den Ball schon mal ein wenig hin oder her bevor er schlug. J. F. Kennedy galt als der qualifizierteste und Dwight D. Eisenhower als der enthusiastischste Golfer im Weißen Haus. Andererseits gab es Zeiten, da war Golf für einen demokratischen Präsidenten noch verpönt. Bei Bill Clinton gehörte das Spiel mit dem kleinen weißen Ball quasi zum Job. Ebenso bei den Bushs. Donald Trump müssen wir schon als Profi einstufen. Er betreibt weltweit 17 eigene Golfplätze und gilt mit seinem Handicap von angeblich 3,7 als der beste Golfer unter den US Präsidenten.

Man sagt auch: „Das Golfspiel bringt es mit sich, dass man dabei jemanden viel schneller und viel intensive kennenlernt als bei allen anderen Gelegenheiten. Es muss ja nicht immer Golf sein, aber immerhin klüger eine Runde Golf zu spielen, als den neuen Präsidenten einen Hassprediger zu schelten. Besser einfach mal tief durchzuatmen, nachzudenken und dann vielleicht besser gar nichts zu sagen.

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Scheinheilige politische Korrektheit

Made in the USA - oder China ?

 

Die “China Daily“ nimmt sich wieder einmal den neuen US Präsidenten vor:

Mit dem Geißeln vornehmlich linksgerichteter “political correctness“, der sogenannten Elite seines Landes, hatte er einen großen Teil seiner Wähler gewonnen. Jetzt gibt es eine neue, “political correctness“. Diese lautet: „In den USA produzieren, Amerikaner statt Mexikaner einstellen und amerikanische Waren kaufen.“ Einige US Konzerne sind auch schon folgsam auf Kurs. Carrier (weiße Ware) erweitert in Indiana anstatt nach Mexiko zu gehen. Ford investiert 700 Millionen $ in Michigan anstelle von 1,6 Milliarden in Mexico. Chevrolet wurde mit hohen Einfuhrzöllen gedroht, falls der neue Chevy-Cruze in Mexiko und nicht in den USA gebaut würde. Zur „Made in USA“ Obsession erläutert Apple, dass der Lohnanteil eines in China montierten iPhones weniger als 10 US$ beträgt. Zwar wird das Produkt komplett in Kalifornien entwickelt, werden doch die Einzelteile von mehr als 700 Lieferanten weltweit zugeliefert. Als gerissener Geschäftsmann sollte Trump doch wissen, wie Globalisierung und Weltwirtschaft funktionieren. Meint die “China Daily“.

Aber so ist das mit der “political correctness“. Fragt man sich nur von welcher “political correctness“ die Rede ist. Denn da gibt es ja neuerdings auch noch diese alternativen Fakten.

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Im Kriegszustand ?

General Sun Tsu, * um 544 v. Chr, † um 496 v. Chr.
General Sun Tsu, * um 544 v. Chr, † um 496 v. Chr.

Der Welt erfolgreichste Wirtschafts- und Wertegemeinschaft, gegen die Neider und die eigene Unzufriedenheit.

Die Neider haben sich in Stellung gebracht, sind gut organisiert, vermögend und kampfbereit. Sie sind angetreten mit exotischen aber bewährten Strategien das alte, derzeit ohnehin etwas wackelige Europa zu erschüttern.

Möglicherweise sind wir bereits mit einer neuen Form der Kriegserklärung konfrontiert. Mit der “Kriegskunst“ hat sich ja der Chefberater des neuen US Präsidenten schon besonders intensiv beschäftigt. Erstaunlicherweise orientiert sich der Chefberater des US-Präsidenten, Steve Bannon, am historischen General Sun Tsu des China um 500 v. Chr. und seinem berühmten Werk "Die Kunst des Krieges". Selbstverständlich hätte Bannon auch bei Clausewitz dem preußischen General- und Militärtheoretiker nachlesen können. Heutige Militärakademien sowie Management- und Marketinginstitute beziehen sich noch immer auf Clausewitz und sein Buch "Vom Kriege".

Carl von Clausewitz (1780–1831)
Carl von Clausewitz (1780–1831)

Bewährte militärische Strategien konvertiert man da gern zu aktuellen Wirtschaftsleitlinien. Bannon und Trump haben sich vorgenommen, für die ökonomische Vorherrschaft in dieser Welt zu kämpfen und so vollkommene Verwirrung innerhalb der europäischen Einrichtungen auszulösen.

Nein,! Das kann man nicht mit einer Handbewegung abtuen. Die Herausforderung sehr ernst zu nehmen sollte das Gebot der Stunde sein.

Endlich einmal besonders fest zusammenstehen muss es für die europäische Politik heißen. Seriöseste Medien der USA halten diesen Chefberater des Präsidenten nicht nur für gefährlich, sondern auch noch für einflussreicher als den Präsidenten selbst. Die Strategien des alten Sun Tse, heute angewandt, sind einfach, einleuchtend und bewährt:

„Säe Zwietracht zwischen deinen Feinden.“ Oder:

„Die höchste Form der Kriegsführung ist die Zerstörung des Willens seines Feindes, um so allen Angriffen vorzubeugen.“

Dutzende dieser Lehrsätze, meinetwegen auch Binsenweisheiten, in heutigen Managementschulen als das Ein mal Eins zeitgemäßer Unternehmensführung gepredigt, kann man bei Sun Tse wie bei Clausewitz nachlesen.

Innerhalb der europäischen Führung sollten diese völlig offen und klar ausgesprochenen Warnungen von Trump, Bannon und Co. als das gesehen werden was sie sind:

Der Beginn eines militärstrategisch angelegten Wirtschaftskrieges.

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Indien  -  Koloniales, Kasten, Chaos

 

 

 

Indien - Nationalfeiertag

Koloniales, Kasten, Chaos

 

In Indien wurde gestern gefeiert. Das ist allerdings nichts Besonderes und für Indien schon gar nicht.

Denn Gelegenheiten zum Feiern bei Festen und an Gedenktagen gibt es dort ständig. Wie da sind:

Christliche Feste, Sikh Feste, Muslimische Feste, Feste der Hindus, regionale Feste und eben wie gestern, staatliche Feste:               

Der gestrige Tag der Republik (Republic Day) ist einer von gleich drei verschiedenen Nationalfeiertagen in Indien. Die offizielle Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte Indien zwar bereits am 15. August 1947, doch die Verfassung trat erst am 26. Januar 1950 in Kraft. Weitere Nationalfeiertage sind eben der genannte 15. August als Tag der Unabhängigkeit sowie der 2. Oktober mit dem Geburtstag von Mahatma Gandhi.

Am Republic Day zeigt das indische Militär dann auch mit einer opulenten Parade was sie hat und was sie kann. Ausreichend Platz für diese beeindruckende Super-Show ist in der Hauptstadt Neu-Delhi reichlich vorhanden. Die breite Allee “Rajpath“, vor dem Präsidentenpalast bis hin zum India Gate ist wohl speziell für derartige Ereignisse angelegt worden. Ein solcher Tag eignet sich dann auch recht gut für eine ganz persönliche Betrachtung indischer Verhältnisse. Von meinen zahlrechen Aufenthalten in Indien wirken dabei drei Eindrücke bei mir besonders nach:

Die englische Sprache

Ein indischer Geschäftspartner sagte mir einmal, dass die englische Sprache die bei weitem wertvollste Hinterlassenschaft der Kolonialzeit sei. Das Festschreiben des Englischen, neben Hindi als Amtssprache, war in der Tat einer der wichtigsten Aspekte bei der Entstehung der neuen Verfassung. Bei genauerem Hinhören muss aber leider konstatiert werden, dass diese kluge Entscheidung immer häufiger in Frage gestellt wird. Nationalistische Strömungen, besonders aus der militant hinduistischen Bewegung heraus, haben der weiteren Verbreitung des Englischen den Kampf angesagt.

Diese orthodoxen Leute fürchten, dass zu viele indische Traditionen verlorengehen könnten. Jahrzehnte lang half die neutrale englischen Sprache bei der Überwindung von Sprachlosigkeit zwischen zum Teil regelrecht verfeindeten Ethnien als verbindende Kraft. Große Teile der Bevölkerung akzeptieren Hindi einfach nicht als Verhandlungs- oder Umgangssprache. Sollte dieses Kolonialerbe irgendwann nur noch als Bildungssprache erhalten bleiben, würde das für die indische Vielvölkernation von unermesslichem Schaden sein.

Das Kastensytem

Bei Fragen von westlichen Besuchern nach den alltäglichen Auswirkungen des indischen Kastensystems wird dessen andauernde Existenz fast immer bagatellisiert. Die Wirklichkeit erschließt sich allerdings auch erst bei sehr eingehendem Studium dieses besonders in Indien so ausgeprägten Phänomens. Über den Ursprung des Kastenwesens in Indien gibt es keine wirkliche Klarheit. Zunächst gehört aber jeder Inder von Geburt an zu einer bestimmten Kaste. Nur Wenigen gelingt es sich aus dieser Kaste herauszulösen und zum Beispiel in Berufe zu gelangen, die traditionell höheren Kasten vorbehalten sind. Aber auch die Einteilung der Menschen nach ihrer Hautfarbe ist zweifellos eine immer noch weit verbreitete Praxis und kann sehr wohl als eine Erklärung dienen. Und das nicht nur für indische Verhältnisse. Erlebnisse und Erfahrungen aus meinen Jahren in verschiedenen afrikanischen Ländern bestätigen die Tatsache, dass die bedrückend abwertende Klassifizierung von Menschen nach: “Je dunkler die Hautfarbe, desto geringwertiger das Ansehen der jeweiligen Person“, eine erschreckend große Rolle spielt. Offiziell sind solche Unterscheidungen zum Glück weitestgehend verschwunden. Beim Großteil der Bevölkerung wird sich diese Haltung allerdings nicht so schnell eliminieren lassen. Als Indienreisender bemerkt man erstaunlicher­weise kaum etwas von dieser “traditionellen Ordnung“. Werde ich jedoch direkt mit derart problembehafteten Verhältnissen konfrontiert, heißt es zur Kenntnis zu nehmen, aber auf keinen Fall die Ärmel aufkrempeln um etwas zu verändern.

Das Chaos

Indien besitzt die Atombombe – schade! In Anbetracht der chaotischen Verhältnisse, mit denen jeder Indienreisende konfrontiert wird, ist das eine weit schlimmere Vorstellung als ein Alptraum.

Selbst in der nach Abgeschiedenheit anmutenden Atmosphäre eines fünf Sterne Hotels entgeht man nicht den Menschen, die an der Rezeption entweder stets über besondere Privilegien verfügen, oder aber aus offenkundiger Lust und Freude grundsätzlich alles durcheinander bringen wollen und immer eher an der Reihe sind als andere. Wie kann es nur bei all dem Chaos gelingen mit Gelassenheit zu reagieren?

Beim Check-In am Flughafen, gleichgültig ob bei einer Regionallinie wie “Sahara Airlines“, der “Lufthansa“ oder “Air India“, habe ich noch nie eine Abfertigung “der Reihe nach“ erlebt. Man hat immer den Eindruck, als sei das der erste Flug überhaupt, der da abgewickelt wird. Da drängelt einer von links und dann schon wieder zwei Leute von der anderen Seite, von hinten wird geschoben und alles mutet an wie ein Probelauf. Nein, nein das ist eben Indien!

Offenbar geht alles drunter und drüber: Im Geschäftsleben genauso wie im Verkehr, in den Verwaltungen wie auf den Märkten. Offenbar nirgends eine Ordnung. Wie viele Reisen man unternehmen muss um an den chaotischen Verhältnissen in den Geschäften, auf den Märkten, an den Rezeptionen oder wo man sonst noch zum Warten gezwungen sein könnte, keinen Anstoß mehr zu nehmen, hängt offenbar nur vom eigenen inneren Gleichgewicht ab. Müsste ich allerdings morgen wieder nach Indien reisen, würde ich trotzdem nicht zögern.

Ach ja, – da war ja noch etwas:

Man wollte uns die Sehenswürdigkeiten der längst vergangenen Kolonialepoche, besonders die prachtvollen Regierungsgebäude aus rotem Sandstein zeigen. Entlang der bereits erwähnten Allee “Rajpath“ war wenig Verkehr. Ein kleiner Junge am Straßenrand faszinierte mich. Acht Jahre alt mag er gewesen sein. Er war an diesem Tag dort der einzige “Schlangenbeschwörer“. Der Junge, zusammen mit seiner Kobra, vermittelte den Eindruck von nahezu liebevoller Vertrautheit.

Vermutlich hatte man der Kobra ohnehin bereits die Giftzähne entfernt, so dass die Angelegenheit völlig harmlos war. Ob ihm Schlange und Korb auch gehörten vermag ich nicht zu sagen. Vermutlich aber besaß er gar nichts. Außer ein paar schäbiger Kleidungsstücke, die er an hatte. Eigentlich wollte ich ihm ein ordentliches Trinkgeld geben. Auch weil ich Schlangen irgendwie mag. Besonders aber wegen dieses Bildes der Eintracht.

Bis heute aber wurmt es mich, dass ich aus Rücksicht auf unsere indischen Begleiter, die uns, wohl von der typisch indischen Bettelei peinlich berührt, zum schnellen Weitergehen nötigten, einfach weiterging. Auf dem Rückweg waren wir ohne Begleitung. Aber da war der Junge nicht mehr dort. Schade!

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China:  Woge der Globalisierung ist unumkehrbar

Präsident Xi Jinping auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos

Da betritt der höchste Repräsentant der kommunistischen Partei Chinas, die Bühne um vor der Weltelite aus Politik und Wirtschaft eine Vorlesung in Volkswirtschaft zu halten. All das was er zu sagen hat klingt kapitalistisch, auch grundsätzlich vernünftig, pragmatisch und so, als wäre es dem Grundsatzprogramm einer europäischen, liberalen Partei entnommen.

Präsident Xi Jinping, der am Dienstag an dem Weltwirtschaftsforum in Davos teilnahm, unterstrich Chinas Zusage sich weiter zu öffnen sowie seine feste Opposition gegen Handels-Protektionismus.

Xi Jinping :

"Aus historischer Perspektive beruht die wirtschaftliche Globalisierung auf der wachsenden Produktivität und ist ein natürliches Ergebnis des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts. Nicht etwas, das von Einzelpersonen oder Ländern geschaffen wurde. Die wirtschaftliche Globalisierung hat das globale Wachstum gefördert, den Waren- und Kapitalverkehr, die Fortschritte in Wissenschaft, Technologie und Zivilisation sowie die Interaktionen zwischen den Völkern erleichtert. "

Weitere Worte des großen Vorsitzenden:

“Der Ausbau des Welthandels ist beides, sowohl Ergebnis der wirtschaftlichen Globalisierung als auch ihr Antrieb selbst. Die über Jahrzehnte des grenzüberschreitenden Austausches geschmiedeten globalen Wertschöpfungsketten haben die Weltwirtschaft stark verändert: Stärker als je zuvor ist das wirtschaftliche Wohlergehen aller Länder miteinander verflochten.“

Kurz zuvor geißelte der soeben gewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, die bösen amerikanischen Firmen ob ihrer unverantwortlichen Vernichtung amerikanischer Arbeitsplätze und drohte:

"Jede Entscheidung über Handel, Steuern, Einwanderung, Außenpolitik wird zum Wohl amerikanischer Arbeiter und amerikanischer Familien getroffen werden. Wir müssen unsere Grenzen vor den Angriffen anderer Länder schützen, die unsere Produkte herstellen, unsere Unternehmen stehlen und unsere Arbeitsplätze zerstören."

Dreht sich die Welt neuerdings in die andere Richtung?

Der chinesische Präsident predigt freien Handel und Globalisierung, Der amerikanische Präsident hingegen spricht von Protektionismus.

Andererseits war doch bislang der Geschäftsmann Donald Trump selbst derjenige, der so gern auf der Klaviatur der Internationalisierung von Geschäften spielte.

Uns Europäern bleibt abwarten, Tee trinken (chinesischen) und endlich die Chance wahrnehmen, uns auf unsere eigenen Stärken zu besinnen.

Leider sind viele der Kommentare auf die Davos Rede von President Xi Jinping typisch westlich, überheblich:

„Es sei ja recht bemerkenswert, dass Xi sich so vehement für den freien Welthandel engagiert. Aber nicht außer Acht lassen dürfe man, dass die deutschen Investoren, in China ganz erheblichen Behinderungen ausgesetzt sind.“

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass ein China-Engagement mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Ungleich leichter haben es da die chinesischen Investoren hier bei uns.  Aber das wiederum sollten wir unseren so häufig ins Reich der Mitte reisenden Politikern als zu lösende Aufgaben mit auf den Weg geben.  Man erinnere die kommenden chinesischen Verhandlungspartner an die Worte aus der Rede von

Präsident Xi Jinping:

“Das Handelserleichterungsabkommen, das nach der neunten Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation über die indonesische Insel Bali im Jahr 2013 unterzeichnet wurde, enthält Bestimmungen, die sich zur Bekämpfung aller Formen des Protektionismus verpflichten.“

 

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Japan  -  willkommen im 21. Jahrhundert.

                                                                                                                                von Hansjörg Kaltenbacher

„Tennō wider Willen: Japans Kaiser will in zwei Jahren abdanken“, titelte der Spiegel im Januar 2017.

Eine Abdankung des japanischen Kaisers, des Tennō (= himmlischer Herrscher), ist jedoch in der japanischen Verfassung nicht vorgesehen und widerspricht eigentlich auch dem Selbstverständnis der ältesten Erbmonarchie der Welt.

Der jetzige Tennō Akihito, dessen Regentschaft unter der Devise Heisei (=Frieden im Himmel und auf der Erde) steht, will aber augenscheinlich mit den alten Traditionen brechen. Er hat aufgrund gesundheitlicher Probleme bereits im Sommer 2016 angedeutet, dass er zum 1. Januar 2019 den Chrysanthementhron seinem Sohn Naruhito übergeben möchte. Diese Entscheidung ist eine logische Entwicklung dessen, wie er seine Rolle als japanischer Kaiser im Lauf seiner Regentschaft definiert hat.

Sowohl seine Thronbesteigung am 8. Januar 1989 als erster nicht gottgleicher japanischer Kaiser, als auch seine Abdankung wären ein erstmaliges Ereignis in der 2700-jährigen Geschichte des japanischen Kaisertums.

Mit dem Datum der Abdankung würde ein japanischer Kaiser sogar das erste Mal dem gregorianischen Kalender folgen. Darüber hinaus entspräche das Zählen der Regentschaftsjahre dann ebenfalls dem gregorianischen Kalender.

Weder die rechtsnationale Regierung unter Shinzō Abe noch das stark rückwärtsgewandte, reaktionäre kaiserliche Hofamt sind begeistert, jedoch wagen es beide nicht, dem Kaiser seinen Wunsch abzuschlagen und haben zugestimmt die nötige Gesetzesänderung in die Wege zu leiten.

So wird 2017 nicht nur in der westlichen Welt mit der Vereidigung von Donald Trump als amerikanischen Präsidenten, sondern auch in Japan ein neues Zeitalter einläuten.

Willkommen im 21. Jahrhundert.

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Xi Jinping: Make love not war

 

Xi Jinping: Make love not war

 

So in etwa könnte man die Davos-Rede von Chinas Staatspräsident Xi Jinping zusammenfassen.

"Niemand wird als Sieger aus einem Handelskrieg hervorgehen“, warnte er.

Seine einstündige, viel beachtete und international durchweg positiv kommentierte Rede war das Gegenstück zum twitternden Donald Trump.

„Die wirtschaftliche Globalisierung für die Probleme der Welt verantwortlich zu machen, ist unvereinbar mit der Realität und wird nicht helfen die Probleme zu lösen,“ sagte er. Und er fuhr fort:

„Historisch resultiert die wirtschaftliche Globalisierung aus der wachsenden Produktivität und ist ein natürliches Ergebnis des wissenschaftlich-technologischen Fortschritts und nicht von Einzelpersonen oder Ländern geschaffen.“

„Die wirtschaftliche Globalisierung hat das globale Wachstum gefördert, den Waren- und Kapitalverkehr, die Fortschritte in Wissenschaft, Technologie und Zivilisation ermöglicht sowie die Zusammenarbeit zwischen den Völkern erleichtert.“

Als echter chinesischer Führer musste Xi, in dieser bedeutsamen Rede, dann auch einen kleinen poetisch- philosophischen Exkurs nehmen und fügte hinzu:

„Der Vers eines alten chinesischen Gedichtes: Honigmelonen hängen an bitteren Reben; Süße Datteln wachsen auf Disteln und Dornen.“ Und:

„Im philosophischen Sinne ist nichts perfekt in dieser Welt. Man würde das Ganze nicht verstehen, wenn man behauptet, dass etwas wegen seiner Verdienste vollkommen sei, oder wenn man etwas nur wegen seiner Mängel als nutzlos ansieht.“

Ob Donald das wohl verstehen wird?

Auf die Tweets aus dem Trump Tower dürfen wir gespannt sein.

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China kauft deutsches Know How

Warum kauft ein chinesischer Investor für 1,4 Milliarden Euro einen deutschen Konzern der auf Abfallverarbeitung und Abfallbeseitigung spezialisiert ist?

Ganz einfach: Zum Abschöpfen von Know How. Will man der gigantischen chinesischen Müllberge Herr werden, bedarf es eben besonderer Maßnahmen. Da darf es auch keine Probleme bei der Finanzierung geben. Für einen Staatskonzern schon gar nicht.

China erstickt geradezu im Müll. Die pro Kopf Müllmenge hat in den urbanen Regionen längst westlichen Standard erreicht. Und weil die Chinesen praktisch nichts recyceln, muss der bei weitem größte Teil des Mülls verbrannt werden. Etwa 200 Anlagen sind in Betrieb. Aber mindestens 300 weitere müssten dringend gebaut werden. Die zur Anwendung kommende, recht anspruchsvolle Verfahrenstechnik wird jedoch fast ausschließlich aus Europa zugeliefert.

Da passt es wunderbar, die Kontrolle über einen Konzern zu erhalten, wie den Niedersächsischen EEW Energy from Waste, der über die weltweit modernste Technologie (Process Engineering) verfügt. Strategisch bewundernswert ausgebuffte Pläne werden zu nationalen Anliegen geformt, um China auf möglichst jedem Technologiefeld Weltspitze werden zu lassen. Die Umwelttechnologie steht neuerdings ganz oben an. In der Vergangenheit wurde das Abkupfern beschimpft, verachtet, manchmal auch nur belächelt. Investoren werden heute noch gezwungen Technologietransfer zu garantieren und an Joint Venture Partner weiterzugeben. Bis ins letzte Detail müssen alle technischen und verfahrenstechnischen Informationen offengelegt werden.

Ausgeprägte Blauäugigkeit verleitete aber auch so manchen Einkäufer dazu, technisches Know How preiszugeben, um einfach nur preisgünstig in China produzieren zu lassen. Dass dann in der Nachbarfabrik das gleiche Produkt unter einem anderen Namen, mit leicht geändertem Aussehen, oder gar in einwandfreier Kopie als Konkurrenzprodukt entstand, war völlig normal und keinesfalls ehrenrührig, Zumindest nach chinesischem Verständnis. Gelang es sogar, das Original ein wenig zu verbessern, dann war jegliche Rechtfertigung zum Abkupfern gegeben.

Nachmachen war gestern.

Heute kauft man gleich die komplette Firma, inklusive Know How von heute und von morgen.

Ganz legal erschließen sich auf diesem Wege auch noch die Weltmärkte dazu. Weltspitze werden und von niemandem abhängig sein. Das sind die mittelfristigen Ziele chinesischer Politik. Freundliche Gesten: Keine Arbeitsplätze abbauen, sich in Deutschland auch weiterhin an bestehende Gesetze und Vorschriften halten zu wollen, sind eben das was sie sind: Gesten, nichts weiter. Chinesische Interessen haben absoluten Vorrang. Wer will es ihnen verdenken? Nur wir haben kaum etwas dagegen zu setzen. Bei uns wacht niemand über den Ausverkauf unseres Know How.

Eine deutsche strategische Technologiepolitik ? Noch nie davon gehört.

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Asien  -  Nachrichten des Tages

CHINA DAILY

The semi-official paper comments:

 

Allow 'great meeting' to produce great results

Many businesspeople outside the United States have been worried about the potential havoc the incoming administration in the United States may cause to global trade and the possibility of souring relations with the world's second-largest economy, given some of the comments made by Donald Trump and his team members during and after his presidential election campaign.

 

South China Morning Post

The Hong Kong daily comments:

 

“Jared Kushner: the powerful son-in-law of Donald Trump and his ties with Chinese businesses”

Budding real estate mogul has a history of chasing Chinese investment, if not always directly

As a real estate developer, Jared Kushner is used to chasing deals and tapping deep pockets, including many in China.

But then Kushner isn’t just a typical developer – after the son-in-law of US President-elect Donald Trump was named his senior policy advisor, Kushner’s wheeling and dealing, especially with Chinese investors, has courted fresh media scrutiny. His appointment as the unpaid special adviser to the incoming president has raised questions of nepotism and conflicts of interest.

 

The China Post

The leading English Daily from Taiwan:

 

Is it wise for Beijing to poach allies?

Taiwan's leader, President Tsai Ing-wen, arrived in Honduras Sunday for a closely watched four-nation Central American visit. But (in China at least) there was much more interest in her stopovers in the United States: Houston on the way out and San Francisco on the way home.

 

The Times of India

The Times is commenting:

 

Can Modi send corporate captains to meet Trump?

A photograph of Jack Ma with US President-elect Donald Trump had gone viral, Alibaba Group’s billionaire founder, has pledged to add a million US businesses to Alibaba’s online shopping platforms. That Ma was pushed by Beijing to gain a first hand assessment of Washington’s new mindset and how the future of Sino-US businesses will take shape was amply evident. Many remember how Trump – during his election campaigns – had repeatedly excoriated Beijing (and its neighbour India) for stealing American jobs.

 

The Korea Times

The leading English paper comments:

 

Obama's fond farewell

US president leaves office with people's affection

U.S. President Barack Obama, who will leave office on Jan. 20, delivered a farewell address to his people and the world in Chicago Tuesday.

As he made his way through the emotional speech, many people shouted "four more years." It is obvious many Americans are sorry to see him go. After two terms, the first African-American to be elected U.S president is leaving with a high job approval rating ― more than 50 percent.

 

The Japan Times

Japan's largest English-language newspaper:

 

Trump meddling in Toyota’s affairs

U.S. President-elect Donald Trump’s tweet criticizing Toyota Motor Corp.’s plan to build a new car plant in Mexico for exports to the North American market — threatening a heavy border tax if the top Japanese automaker goes ahead with the plan — is an unacceptable act of intervention in private-sector business activities by a person who has yet to take office but whose words carry much weight because they possibly indicate the policies of the incoming administration of the United States.  

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Fleisch und Milch teurer, die Welt gerettet

China verfeuert Kohle

“Klimaschutz mit der Brechstange“ so nennt ein Kommentator den Vorschlag der Präsidentin des Bundesumweltamtes, den Mehrwertsteuersatz für z. B. Fleischwaren und Milch anzuheben. Also Milch, Fleisch und Wurst teurer wird den Verbrauch senken und gleichzeitig die Umwelt entlasten.

Sind wir bereits mitten im Karneval?

Derartigen Unsinn zu verbreiten könnte man auch als Unverschämtheit bezeichnen. Der Bürger, die Kleinunternehmer genauso wie die großen Konzerne werden systematisch und unaufhörlich mit Maßnahmen zur angeblichen Umweltverbesserung traktiert. Weniger Fleisch zu essen meint Frau Krautzberger uns auch noch mittels Preiserhöhung anerziehen zu wollen. Alles der Umwelt zu Liebe. Umweltbelastung findet nicht an der deutschen Wursttheke statt.

Nein, China und die USA müssen an den Pranger. 2400 neue Kohlekraftwerke sind weltweit im Bau oder in der Planung. Das bedeutet einen Ausstoß von 6,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Das kann sich zwar kein Mensch so richtig vorstellen aber vielleicht diese Zahlen:

Allein China, Indien und Japan zusammen bauen derzeit 700 neue Kohlekraftwerke und planen weitere 950. Der chinesische Energieverbrauch wird bis zum Jahr 2030 zu 80% von fossilen Treibstoffen abhängen. Heute sind es noch 90 %. Sollte China diese Reduzierung gelingen, wäre man auf dem gleichen Niveau wie die USA heute.

Für unsere Umweltaktivisten scheinen diese Fakten aber wohl keine Rolle zu spielen. Wenn aber erst Fleisch, Wurst und Milch bei uns teurer werden, dadurch vielleicht weniger furzende Rinder gehalten werden, ja dann wird auch die Schadstoffemission sinken.

Dann haben wir unseren Beitrag zu Rettung der Welt geleistet.

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Illusion und Realität  -  Shangri-La

Wissenserweiterung geht bei mir vor Unterhaltung. Daher rangiert auch das Sachbuch vor der Belletristik. Dennoch gibt es einige wenige Romane, die ich mir zweimal und sogar noch öfter vornehme.

Da ist zum Beispiel “Der Vater“, von Jochen Klepper, aber auch “Der verlorene Horizont“ von James Hilton. Letzteres, “Lost Horizon“, las ich vor etlichen Jahren erstmalig in der englischen Originalversion. Um ehrlich zu sein: Ich versuchte es. Einerseits wird der “Lost Horizon“ schon mal als gefälliger Abenteuerroman rezensiert, andererseits, so für mich, war und ist der Roman, neben all seiner wirklich sehr spannenden Geschichte, ganz vorzügliche Englische Prosa. Das bedeutet allerdings auch, sich mit einem anspruchsvollen, aber bezaubernden Vokabular auseinanderzusetzen, welches doch ein wenig jenseits meines gewohnten englischen Wortschatzes angesiedelt war. Dieses Buch, über Jahre hinweg immer mal wieder zur Hand genommen und wieder beiseitegelegt, ergänzte ich schließlich durch die deutsche Übersetzung. Für mich überraschend, war die prompte Lieferfähigkeit von gebundener wie auch Taschenbuchausgabe. Immerhin ein Buch, laut Wikipedia übrigens, das erste Taschenbuch der Welt überhaupt, erstmals im Jahr 1931 verlegt. Die spannende “Story“ spielt an dem utopisch mystischen Ort, Shangri-La, irgendwo im tibetischen Himalaya, wo Leben und Sterben, Friede und Gelassenheit zu einer idealisierten, asiatisch europäischen Idealsymbiose zusammenfließen.

Heutzutage ist mir das Wort Shangri-La zum Inbegriff von wunschtraumartiger, nahezu vollkommener Perfektion, Harmonie auch Schönheit geworden. Bei Wikipedia heißt es: „Das tibetische Utopia Hiltons war so erfolgreich, dass viele Menschen an die Existenz von Shangri-La glaubten. Ein Glaube, der bis in die Gegenwart anhält. Heute hat Shangri-La Eingang in das internationale Vokabular gefunden.“

Es war eine dieser nahezu genialen Entscheidungen, das der Malaysische Geschäftsmann Robert Kuok gerade dieses Buch, diese Mystik mit dem Namen einer Hotelgründung verband. Robert Kuok, Sohn eines chinesischen Einwanderers aus der Provinz Fujian, wurde in Johor Bahru (Südmalaysia) geboren und ist heute zweifellos einer der reichsten Männer Asiens überhaupt. Vielgepriesen, aber auch oft wegen ihrer beinahe ausufernden luxuriösen Ausstattung geschmäht, schuf Robert Kuok im Laufe der Jahre eine der erfolgreichsten Hotelgruppen der Welt. Zum ersten, in Singapur 1971 gegründeten Hotel, sind bislang 64 weitere dieser erstklassigen Häuser hinzugekommen, davon 52 in China. Einer der Topmanager der Gruppe sagte mir mal, dass die Shangri-La Gruppe wohl für immer auf Asien beschränkt bleiben würde. In Europa könne man den sprichwörtlichen Shangri-La Service mit der typisch unauffälligen Perfektion, nicht bieten, sprich nicht bezahlen. In Asien selbst lässt sich ein so betont personalintensiver Service derzeit noch irgendwie ermöglichen und vor allem, auch noch bezahlbar gestalten. In Europa suchte man lange nach Vergleichbarem.

Nun, die Zeiten ändern sich eben und so wurden bereits Shangri-La Luxus Hotels in Paris und London eröffnet.

Das große China bemächtigt sich natürlich auch des Namens Shangri-La. So wurde der Ort Zhongdian im Dezember 2001 in Shangri-La umbenannt, um in dieser Tibetischen Region den Tourismus voranzutreiben. Doch dort, so vermute ich, stellen sich die Verhältnisse ein wenig anders da.

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Mathe, ja bitte!

Mathe, Physik & Co.

Oh nein, in Mathe war ich auch immer eine Niete.

Das sind typische Äußerungen von sogenannten Prominenten, sehr beliebt um sich in Talk Shows so richtig zum Deppen zu machen. Wie der bekannte Furz im Schnupftuch drehen sie sich vor lauter Koketterie und hoffen dabei noch auf Bewunderung.

Zum Kotzen, ist dieses igitt igitt Verhalten gegenüber Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern. Auch mit der nur durchschnittlichen Intelligenz kann man da nicht argumentieren. Bei Lernunwilligkeit, sprich Faulheit und Renitenz ist diese Haltung zu verorten.

Kein Wunder, dass es bei unseren Heranwachsenden an Vorbildern und Motivation mangelt. Zahlreiche schulische Maßnahmen sollten die bislang miesen, deutschen “PISA“ Ergebnisse verbessern helfen. Großartige Ergebnisse sind nicht zu verzeichnen. Unverständlich, warum man in Deutschland immer versucht, Sonderwege zu finden um solche Probleme zu lösen. Wenn schon so viele Dienstreisen gemacht werden, warum nicht mal dort hin wo die Besten zu Hause sind? In Singapur unterrichtet ein Mathelehrer eben Mathe, nur Mathe, liebt sein Fach, macht jährlich 100 Stunden Fortbildung und ist nicht schon nach 20 Unterrichtstunden außer Dienst. In Hong Kong sind die Verhältnisse ganz ähnlich. Eines meiner Familienmitglieder ist tatsächlich als (chinesischer) Mathelehrer in Hong Kong tätig. Sein Nettogehalt liegt um die 5.000 Euro mit Erfolgsprämie. Er lebt für seine Mathematik, seine Schüler merken das und sind dementsprechend motiviert.

Wir in Deutschland leben von unserem Wissen und Können, vielmehr haben wir nicht in die Waagschale zu werfen, so wird landauf landab immer wieder gepredigt. Aber die Begabtenförderung wird lieber gegen die Inklusion getauscht, um das Bildungsniveau noch geschmeidiger zu gestalten, zu nivellieren. Übertroffen wird das alles noch von den Landes-Amateurpolitikern, die sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder neue schulische Organisationsformen ausgedacht haben.

Nun denn auf nach PISA. Das Ausfüllen von Harz 4 Anträgen wurde ja in etlichen Schulen schon mal geübt. Das lässt hoffen.

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Gefährliche Intoleranz

Massendemos in Südostasien

 

Zehntausende demonstrierten in Kuala Lumpur, 150.000 in Jakarta.

 

Die Demo in Kuala Lumpur blieb zum Glück überwiegend friedlich. Nicht so in Jakarta. In Kuala Lumpur wurde gegen die Regierung von Najib Razak mobil gemacht. Dieser Korruptionsskandal allergrößten Ausmaßes müsste eigentlich die derzeitige Regierung nur so hinwegfegen. Nicht so in Malaysia. Denn die von der ethnisch malaiischen Bevölkerungsgruppe gestützte Partei, die seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1957 ohne Unterbrechung regiert, sitzt fest im Sattel. Mit einem wirklichen Regierungswechsel wäre naturgemäß auch die Vormachtstellung der malaiischen Bevölkerungsgruppe dahin. Die durch zahlreiche protektionistische Gesetze und Verordnungen besonders “gepamperten“ Malaien wählen daher stets die Partei der “Söhne der Erde“. Die Partei ist und bleibt somit die alles entscheidende Kraft in diesem multiethnischen Staat von lediglich 25 Millionen Einwohnern. Paradoxerweise stützt aber auch ein großer Teil der chinesisch-stämmigen Bevölkerung diese Staatsmacht. Siebzig Prozent der Wirtschaft werden immerhin von den dreißig Prozent ethnischer Chinesen des Landes kontrolliert. Da ist Stabilität naturgemäß die allerbeste Grundlage für gedeihliche Geschäfte.

Jakartas Gouverneur Basuki Tjahaja Purnama, gen. "Ahok"
Jakartas Gouverneur Basuki Tjahaja Purnama, gen. "Ahok"

 

Und In Indonesien?

 

Auch dort spielt die ethnische Frage eine zentrale Rolle. Wenn auch von fast allen Seiten vehement dementiert. Hier steht der militante und erfolgreiche Anti-Korruptionsstratege im Vordergrund: Basuki Tjahaja Purnama, überall nur kurz Ahok genannt, ist kein Geringerer als der Gouverneur von Jakarta, vergleichbar mit dem Minister­präsidenten eines unserer Bundesländer. Ahok gehört der ethnisch, vorwiegend christlich-chinesischen Minderheit an. Herkunft und Ethnie stellten im überwiegend moslemischen Indonesien bislang keinerlei Problem dar. Indonesien war immer bekannt für einen besonders tolerant gelebten Islam. Per Staatsdoktrin werden neben dem Islam auch alle anderen Religionen geschützt und unterliegen keinerlei Diskriminierung. Leider haben sich neuerdings Bewegungen breit gemacht, die mit der sonst in Indonesien gelebten Toleranz ganz und gar nicht in Einklang zu bringen sind. Gouverneur Ahok, in bestem Einvernehmen mit seinen moslemischen Landsleuten sowie einem generell hohen Beliebtheitspotential, zitierte jüngst einen Vers aus dem Koran um eine Argumentation zu unterstreichen. Das sei Gotteslästerung sowie Beleidigung des Korans, warfen ihm seine Gegner vor. Er, der Christ dürfe sich nicht des Korans bemächtigen. Während der nachfolgenden Demonstrationen gab es Verletzte und sogar einen Toten. Ziel der militanten Islamisten, Hintermänner und Finanzierer dieser Bewegung gegen Ahok ist es, unter allen Umständen zu verhindern, dass ein Christ und Chinese bei den bevorstehen­den Neuwahlen gewinnt.

Machtmissbrauch in Malaysia aufgrund ethnisch bedingter, cliquenhafter Parteiwirtschaft scheint leider zum Dauer-Phänomen zu werden.

In Indonesien, wo ähnliche Verhältnisse gleichermaßen ausgeprägt sind, hat sich für die ganze Bandbreite dieser Unkultur sogar ein feststehender Begriff herausgebildet. KKN ( korupsi, kolusi, nepotisme) wird immer und sofort verstanden. Der Kampf gegen solch kriminelles Handeln steht leider nicht immer ganz oben auf den Agenden. Indonesien wird mit diesen Problemen noch geraume Zeit konfrontiert sein. Insbesondere ist zu befürchten, dass ethnisch und religiös gesteuerte Bewegungen noch weiter an Einfluss gewinnen.

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Die drittgrößte Demokratie

Indonesien  -  Nusantara

 

In den letzten Jahren habe ich zahllose Vorträge zum Thema Indonesien gehalten. In den meisten Fällen konnte ich mich dabei auf eine ausgezeichnete Kooperation mit verschiedenen Industrie- und Handelskammern sowie mit dem indonesischen Generalkonsulat in Hamburg verlassen. Schlüssige Antworten darauf, warum die deutsche Wirtschaft in Indonesien so beinahe hoffnungslos unterrepräsentiert ist, konnten dabei nicht gefunden werden.

Das Land der aufgehenden Sonne ist Indonesien nicht, aber es liegt auch nicht weit davon entfernt. Merkwürdig, dass selbst hinreichend gebildete Menschen trotzdem gern von „dahinten“ sprechen, obwohl dort, wo der Tag beginnt, eher vorn statt hinten sein muss. Wie war das noch, als sie dahinten in Taiwan, oder war es Thailand…? gelebt haben?, werde ich häufig gefragt. Beabsichtigt oder auch nur aus Trägheit und Indifferenz wird mit dem „dahinten“ eine gewisse, wenn auch nur marginale Geringschätzung dieser Länder zum Ausdruck gebracht. Selbst in Geschäftskreisen bis hin zur eigentlichen Export­wirtschaft scheint mir eine ähnlich abschätzige Haltung weit verbreitet zu sein. Trotz Internet und unserer vielgepriesenen Wissensgesellschaft scheint mir das Asienwissen eher mangelhaft zu sein. China wird eher nur misstrauisch beäugt. Von Malaysia weiß man wenig. Man hört und liest ja auch wenig darüber. Wer hat schon Kenntnis darüber, dass ausgerechnet taiwanesische Unternehmer den bei weitem größten Anteil der Investitionen im Reich der Mitte halten. Sozusagen im Feindesland, obwohl doch das Damoklesschwert einer kriegerischen Eroberung der Insel durch das Mutterland China immer noch über den Taiwanesen schwebt. Auch mein Installateur Meister, ein pfiffiger und “normal gebildeter“ Mann, konnte Indonesien und Bali einander nicht zuordnen oder gar auf der über meinem Schreibtisch hängenden Weltkarte lokalisieren. Macht nichts! Bei meinen Nachbarn oder Vereinsmitgliedern kein Problem. Wenn aber die deutsche Exportwirtschaft um verschiedene Länder und Regionen einen Bogen macht, sich schlichtweg ignorant verhält, muss das zumindest verwundern.

Damit bin ich wieder bei Indonesien:

Beim Exportgeschäft rangiert Deutschland inzwischen abgeschlagen auf Rang 15. Bei den Direktinvestitionen reicht es gerade mal für Platz 17. Nun muss man kein Indonesien-Fan sein um sich für ein größeres Engagement in diesem Teil der Welt stark zu machen. Dieses Land, besser gesagt dieser gigantische Archipel, bestehend aus mehr als 17.000 Inseln, davon immerhin ca. 6.000 bewohnt und einer Bevölkerung, die die Grenze von 250 Millionen Menschen bereits überschritten haben dürfte, versteht die Deutschen nicht mehr. Denn es gab mal Zeiten, da belegte (West) Deutschland Platz zwei beim indonesischen Außenhandel und Platz drei bei den Direktinvestitionen. Das mag lange her sein. Besserung scheint allerdings auch nicht in Sicht zu sein. Teuer und langwierig wird es werden, das verlorene Terrain zurückzuerobern. Besonders ärgerlich sowie unverständlich hierbei die Tatsache, dass die verlorenen Marktanteile nicht ausschließlich an die anderen asiatischen Partner gingen, sondern insbesondere an unsere europäischen Nachbarn, wie Großbritannien und die Niederlande.

 

Mit zahlreichen weiteren Fakten zum Asien / Europa-Vergleich werde ich in den interessierten Leser in den nächsten Wochen immer wieder konfrontieren. Über das chinesische „Planfeststellungsverfahren“ wird ebenso zu berichten sein, wie über die japanischen WLAN-Verbindungen, die Mathe­matiklehrer in Hong Kong sowie über den (architektonisch einzigartigen) seinerzeit welthöchsten Büroturm Taipei 101.

 

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Reisebegleiter

Indonesien Handbuch

S.W. Raabe, Indonesien, Handbuch für Geschäftsreisen
S.W. Raabe, Indonesien, Handbuch für Geschäftsreisen

 

Zahllose Gespräche mit Mittelständlern führten immer wieder  zu der Frage:

 

Worauf muss man denn besonders achten, wenn man beabsichtigt mit Indonesien ins Geschäft zu kommen.

Nun ja, wenn man so sehr engagiert ist, möchte man entweder einen umfassenden Vortrag halten oder entsprechende Literatur empfehlen. Umfangreiches Material ist zweifellos vorhanden. Viel Zeit zum Studium wäre ja auf dem doch recht langen Flug ohnehin gegeben.  Aber irgendwie schwebte sowohl mir, als auch dem ehemaligen Indonesischen Generalkonsul Teuku Darmawan, etwas Griffigeres, etwas kompakteres vor. So kam es dann auch zu dieser Hilfe für potentielle Indonesienreisende.

 

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Schöner Kranich

Lufthansa und die asiatische Konkurrenz

Ob nun die Piloten oder das Management die bösen Buben sind, ist zweitrangig. Eine derart folgenschwere, internationale Blamage, wie diese durch fortgesetzten Streik wahrge­nommene Unzuverlässigkeit, könnte sich allerdings als schwer­wiegende Dauerbelastung herausstellen. Die Kranichlinie besitzt keine Monopol­stellung mehr. Auch die eher kundenferne Sonderstellung, quasi zum öffentlichen Dienst zu gehören, ist Vergangenheit. Ob sich die asiatischen Konkurrenten über die deutsche Lufthansa jetzt lustig machen oder nur den Kopf schütteln weiß ich nicht. Sicher ist aber, dass der Prestigeverlust deutlich zu Buche schlagen wird. Das LH-Management scheint da keinerlei Bedenken zu haben. Und die Piloten erscheinen mir noch etwas überheblicher als das Kabinenpersonal, das sich ja gern wie der personifizierte Jet Set gebärdet, aber nicht durch besondere Kunden­freundlichkeit auszeichnet. Es mag auch zutreffen, dass ich als ehemaliger Singapore Airlines Kunde mit Solitaire Status, etwas verwöhnt und in meiner Urteilskraft beschränkt bin. Zutrreffend ist aber auch die Existenz außerordentlch wettbewerbsfähiger Konkurrenten zur Lufthansa. Besonders aus asiatischen Ländern. Fluglinien wie Singapore Airlines, EVA Air oder China-Airlines, wären es daher allemal wert, von den Lufthanseaten in punkto Kundenzufriedenheit einmal etwas genauer studiert zu werden. Zur Zeit scheint mir jedoch fehlender Leidensdruck sowie Selbstüberschätzung beim LH-Management wie bei Mitarbeitern, eine eigen-initiierte Qualitätsanalyse auszuschließen.

 

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Der Business Präsident kommt

Donald Trump rocks Asia

 

 

In der überregionalen ("offiziösen“) "ChinaDaily“ heißt es:

 

 

                                                          "Drei wesentliche Problemfelder gibt es zwischen China und den USA:

 Menschenrechte, Handel und Sicherheit."

"Als Geschäftsmann wird Trump vermutlich eher einen mehr praktischen als ideologischen Ansatz wählen, ohne die amerikanischen Werte außer Acht zu lassen. Zumal China die bisherige, ideologische Bindung, zumindest in seinen Außenbeziehungen, stark abgemildert hat, könnten die zwei Staaten unter einer Trump Regierung eher in der Lage sein ihre Differenzen auszuräumen."

Beim Thema regionale Sicherheitspolitik erkennen wir dann doch wieder die stramme Parteilinie.

"ChinaDaily“ schreibt: China schützt lediglich sein Territorium sowie seine Rechte im Ostchinesischen- und Südchinesischen Meer ohne zu versuchen, den von Amerika so genannten "freedom of navigation“ in dieser Region zu behindern. China hat beharrlich vorgeschlagen, die territorialen und maritimen Streitigkeiten, die mit einigen Nachbarstaaten bestehen, auf friedliche Art und Weise zu lösen. Streitigkeiten mit den Philippinen und Malaysia konnten so beigelegt werden. Eine Trump Regierung wird sich daher vermutlich nicht auf Streitigkeiten einlassen. Zwischenzeitlich hat Trump bereits sowohl Japan als auch Korea unter Druck gesetzt, eine höhere Kostenbeteiligung für die Truppenstationierung zu übernehmen. Sollten Japan und Korea nicht kooperieren würden eben Truppen abgezogen werden." An anderer Stelle der "ChinaDaily“ lesen wir, ebenfalls auf den Business Man Trump bauend, jedoch mit großer Selbstsicherheit:

"Als Geschäftsmann zieht er greifbare Ergebnisse vor, anstatt sich mit leeren Versprechungen zufrieden zu geben. Mit anderen Worten, es ist durchaus möglich, dass er auf die Bremse treten wird, um das Neu-Austarieren einer Asia-Pacific Strategie seines Vorgängers Barak Obama zu stoppen. Bis hin zum „Trans Atlantic Partnership Agreement“, um zu verhindern, mit China, der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, aneinanderzugeraten. Sein Augenmerk könnte viel mehr darauf ausgerichtet sein, ein pragmatisches Verhältnis zu China zu entwickeln. Aber auf lange Sicht wird von ihm erwartet, dass er die US- Eigen-Produktion erhöhen wird. Das könnte zusätzlichen Druck für Chinas Industrialisierung bedeuten."

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Ernste Sicherheitslage

Korea und Taiwan besorgt

Schon die Wahlkampfaussagen dieses unberechenbar erscheinenden, künftigen Präsidenten der USA, drohen die jahrzehntelangen, besonders engen Beziehungen zwischen Süd Korea und den USA einer ernsten Belastung auszusetzen. Jüngsten Untersuchungen zufolge sorgen sich derzeit 67 Prozent der Südkoreaner um das Verhältnis zum großen Beschützer. Die Koreaner haben gute Gründe über das bilaterale Verhältnis unter einer Trump Regierung besorgt zu sein, sagt „The Korea Times“.

Für die Stationierung der US Truppen zahle das Land lediglich "peanuts“.

Zudem verwarf Trump auch das Freihandelsabkommen zwischen Korea und den US. Ein "job-killing“ Business. Darüber hinaus muss die koreanische Regierung zurzeit als nicht funktionsfähig angesehen werden. Korruptionsskandale der Regierung von Präsidentin Park Geun-hye haben längst zu Rücktrittsforderungen geführt, meint "The Korea Times“. Präsidentin Parks Führungsrolle ist zwischenzeitlich irreparabel zerstört. Schwierige Zeiten! Trump wird bereits am 20. Januar 2017 in sein Amt eingeführt werden. Da bleibt Korea wenig Zeit um sich auf die Veränderungen unter der neuen US-Regierung vorzubereiten. Das erste, was die koreanische Regierung bewerkstelligen muss ist, auf diplomatischem Weg sofort an mehr Informationen zu gelangen. Die größte koreanisch - amerikanische Herausforderung allerdings, wird die Sicherheitsfrage sein, meint "The Korea Times“. Reduzierung der 28.500 amerikanischen Truppen, oder aber eine deutliche Erhöhung der Kostenbeteiligung. Angesichts steigender Nuklear- und Raketen-Bedrohungen durch Nord Korea wird sich die Sicherheitslage ohnehin weiter verkomplizieren.

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Ängste auch im "kleinen China"

Die "China Post" aus Taiwan:

Grand Hotel Taipei
Grand Hotel Taipei

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye hält die Situation offenbar für derart kritisch, dass es bereits zu einem 10 Minuten langen sicherheitsrelevanten Telefongespräch mit Donald Trump kam. Sorgen auch beim japanischen Premier Minister Shinzo Abe, der bereits in der nächsten Woche mit Donald Trump zusammentreffen will. Man ist besorgt. Mit einem nuklear bewaffneten Nord Korea würden die USA neuerdings einer sehr viel größeren Herausforderung gegenüber stehen. So die „China Post“ aus Taipei.

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